Rezension: Support your sisters not your cisters. Über Diskriminierung von trans*Weiblichkeiten von FaulenzA

Auf das Buch von FaulenzA war ich sehr gespannt und vieles zum Thema Transmisogynie verstehe ich jetzt definitiv besser. Oft hatte ich aber den Eindruck, dass sie ihre persönlichen Eindrücke verallgemeinert und nicht belegt, was sie schreibt. Zwar finde ich es wichtig, die eigenen Erfahrungen niederzuschreiben, aber meiner Meinung nach verlangt vieles im Buch nach einer Begründung, die über den reinen Verweis auf die eigene Subjektivität hinausgeht.

Patriarchat, Privilegien und Weiblichkeit

Speziell FaulenzAs Erklärungen zur Abwertung von Weiblichkeit in der (queer-)feministischen Szene (ab S.39) haben mich geärgert. Sie unterstellt, Feminist*innen lehnten Weiblichkeit als ihnen aufgezwungene Rolle ab und eigneten sich deshalb »männliche« Verhaltensweisen an, die als »stark« und »empowert« gelten. Das ist meiner Ansicht nach aber ein falsches Verständnis von feministischer Kritik. Es geht mir z.B. tatsächlich um die Auseinandersetzung mit problematischen Rollenbildern. Weiblichkeit wird aber nicht per se von Feminist*innen abgewertet, sondern ihre gesellschaftlich gesetzte »Minderwertigkeit« entspringt der patriarchalen Geschlechterordnung, die wir abschaffen wollen.

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Rezension: Support your sisters not your cisters. Über Diskriminierung von trans*Weiblichkeiten von FaulenzA

„Support Your Sisters, Not Your Cisters!“ – Mit diesem Slogan wird in der Trans*bewegung zum Ausdruck gebracht, dass es nicht reicht, für Cis1-Frauen zu kämpfen, sondern dass der feministische Kampf alle Frauen – also auch Trans*frauen! – miteinschließen muss. Tatsächlich sind Trans*personen im Allgemeinen und Trans*frauen im Besonderen aber auch in linken und feministischen Räumen häufig Anfeindungen und Ausschlüssen ausgesetzt.

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  1. Cis bedeutet, dass eine Person sich mit dem Geschlecht identifiziert, dass ihr bei der Geburt zugeordnet wurde, z.B. Cis-Frauen, Cis-Männer. Trans*personen dagegen identifizieren sich nicht mit dem Geschlecht auf ihrer Geburtsurkunde.

Nicht ich hasse meinen Körper, die Gesellschaft hasst ihn | Rezension: Dietland

Die Serie Dietland ist für mich eine der besten dieses Jahres und eine der besten feministischen Serien überhaupt. Die Hauptperson Plum (deutsch: Pflaume) beantwortet für eine „Frauen“zeitschrift jede Woche Zuschriften von zunehmend verzweifelten, missbrauchten, selbstverletzenden oder leidenden Frauen. Sie gerät über ihre scheiternden Diätversuche und einige überraschende Bekanntschaften mit radikalen Feministinnen in ein Frauennetzwerk namens Calliope House, deren Vorhaben erst im Verlauf der ersten Staffel ganz klar werden. Parallel dazu taucht die feministische „Jennifer“ auf, die Vergewaltiger und Frauenmörder sehr öffentlichkeitswirksam umbringt.

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Rezension: Mädelsache von Andrea Röpke und Andreas Speit

Bild: Ch. Links Verlag

„Nationalismus ist auch Mädelsache“ heißt es in der rechten Szene und dennoch werden rechte Mädchen und Frauen öffentlich selten wahrgenommen, gelten häufig als weniger radikal und militant und werden oft zu Mitläuferinnen und zum Anhang männlicher Rechter degradiert. Mit diesen fehlerhaften Einschätzungen setzen sich die Wissenschaftler*innen und Journalist*innen Andrea Röpke und Andreas Speit in „Mädelsache. Frauen in der Neonazi-Szene“ auseinander. Sie nehmen den Prozessauftakt gegen Beate Zschäpe 2013 zum Anlass, das bereits 2011 erschienene Buch aktualisiert zu veröffentlichen.

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Berlin Rebel High School

Eine andere Schule. Das ist der Wunsch vieler Pädagog*innen und Persönlichkeiten, auch im Schuldienst. Von vielen wird eingestanden, dass unser Schulsystem, welches noch größtenteils aus dem Kaiserreich hervorgeht, nicht mehr zeitgemäß und dem sozialen Fortschritt gegenüber nicht mehr angemessen ist.

Der Film „Berlin Rebel High School“ greift diese Thematik auf. Genauer gesagt handelt es sich um eine Dokumentation, die eine selbstverwaltete Schule in Westberlin zeigt, die 1973 als gemeinnütziger Verein gegründet wurde. Heute hat sie 200 Schüler*innen die basisdemokratisch alle Entscheidungen im Kollektiv mit den Lehrer*innen und weiteren Mitarbeiter*innen treffen. Auch werden die Lehrer*innen durch die Schüler*innen angestellt und generell herrscht ein Klima, welches das Lernen angenehmer macht. Das Ziel ist am Ende das Abitur nachzuholen. Die Schule möchte tatsächlich eines sein: radikal-anders und freiheitlich. Der Gründung geht ein Schulstreik an der privaten Gabbe-Lehranstalt voraus, der sich gegen Autoritarismus, politisch bedingter Kündigungen, Leistungsdruck und überfüllte Klassen richtete.
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KAFVKA – Fick dein Volk

Pöbeln gegen Pegida, AfD und den ganzen Rest

KAFVKA aus Berlin verstehen sich explizit als politische Band und so haben sie im September einen Song veröffentlicht, der sich an Pegida, AfD und all die “besorgten Bürger*innen” richtet – mit anderen Worten also all jene, die sich dafür stark machen, endlich wieder hemmungslos rassistisch, antisemitisch, homophob und sexistisch sein zu dürfen. Unter dem Motto “Fick dein ‘Wir sind das Volk’-Geschrei” nutzt die Band etwas mehr als zwei Minuten, um der Neuen Rechten und alles was da dran hängt mal die Meinung zu geigen. Musikalisch orientiert man sich bei Limp Bizkit und Rage Against The Machine (die Älteren unter euch mögen sich daran erinnern), ohne dabei allerdings das gleiche Niveau zu erreichen, insbesondere der Gesang / Rap hat noch etwas Luft nach oben. Doch der Wille zählt, da sehe ich persönlich etwas von den musikalischen Schwächen ab.
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