Schwangerschaftsabbruch legalisieren: Obwohl Frauen* Aufklärung fordern, wird am frauen*feindlichen Gesetz festgehalten

Bild: Robert Couse-Baker

Im vergangenen Herbst sorgte ein Protest für Aufsehen: Es ging um die Anklage gegen die Gießener Ärztin Kristina Hänel. Ihr wurde vorgeworfen, auf der Internetseite ihrer Praxis für Schwangerschaftsabbrüche zu werben, was nach Paragraph 219a des Strafgesetzbuchs in Deutschland verboten ist. Ende November wurde Kristina Hänel zu einer Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro verurteilt. Seitdem regt sich Widerstand: Feminist*innen fordern, dass der Paragraph 219a abgeschafft wird. Denn dieser stellt auch das öffentliche Anbieten von Schwangerschaftsabbrüchen, etwa über eine Internetseite, unter Strafe. Während Routineuntersuchungen, Kinderwunschbehandlungen oder Impfungen als Dienstleistungen von Arztpraxen angekündigt werden können, dürfen es Schwangerschaftsabbrüche nicht. Dies erschwert es Frauen, die ungewollt schwanger sind, sich sowohl über Orte, an denen sie eine Abtreibung vornehmen können, als auch über den Abbruch an sich zu informieren. 

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Ein Carepaket für Alle

Bild: Gigi Ibrahim

Warum die unbezahlte Arbeit von Frauen der Mörtel ist, der das kapitalistische Bauwerk vor dem Einsturz bewahrt

Um uns eine Wohnung, genug zu Essen, Kleidung, einen Internetzugang und gewisse Annehmlichkeiten leisten zu können, müssen wir in dem Wirtschaftssystem, in dem wir momentan leben, einer Lohnarbeit nachgehen. Das heißt in der Regel, wir werden dafür entlohnt, dass wir unsere körperliche oder geistige Arbeitskraft für eine gewisse Zeit zur Verfügung stellen. Dabei werden Dinge produziert, die sich zu Geld machen lassen, von dem wir in der Regel aber nichts abbekommen. Wer schon eine eigene Wohnung hat weiß, dass die Arbeit nach Feierabend aber noch nicht beendet ist. Hausarbeit muss erledigt, Essen gekocht, die Post angeguckt werden. Das fühlt sich nach einem langen Tag im Büro oder in der Werkstatt auch nochmal wie Arbeit an und es ist auch Arbeit: Reproduktionsarbeit. Was das genau bedeutet, wird später noch erläutert.

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Interview mit Veronika Kracher

Veronika Kracher

Die Incel-Community und der Hass auf Frauen

Das Attentat von Toronto, in dem ein Mann mit einem Bulli in eine Passant*innenmenge fuhr und dabei 25 Menschen überrollte, machte weltweit Schlagzeilen. Besonders, weil der Täter vorher einen Facebookpost verfasst haben soll, in dem er sich dem Vokabular der sogenannten Incels bedient. Incel steht dabei für „involuntary celibacy“, unfreiwilliges Zölibat, und beschreibt Männer, die sich im Internet zusammentun und darüber schreiben, wie Frauen ihnen ihr vermeintliches Recht auf Sex verwehren. Wir befragten daher Veronika Kracher, eine Journalistin und Autorin, die Vorträge zu dieser Szene hält.

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Ausgabe 02/2018: Schwerpunkt Feminismus

Liebe Leser*innen, für diese Ausgabe haben wir uns ein ziemlich großes Thema überlegt: Feminismus. Wir gehen der Frage auf den Grund, was Feminismus eigentlich ist, was er nicht ist und ob es eigentlich den einen Feminismus gibt. Es wird diskutiert, wie Patriarchat und Kapitalismus miteinander zusammenhängen. Außerdem beschäftigen wir uns mit Frauen, die sich in der sogenannten Neuen Rechten organisieren und welche Vorstellungen in diesem Milieu eigentlich vorherrschen. In einem weiteren Artikel wird die aktuelle Debatte um Schwangerschaftsabbrüche aufgegriffen. Unsere Internationale Kommission hat sich mit dem kurdischen Frauenbüro CENî getroffen und sich mit ihnen darüber unterhalten, welche Rolle Frauen in der kurdischen Bewegung, insbesondere in Gebieten wie Rojava, einnehmen. Außerdem gibt es einige spannende Rezensionen sowie Berichte von Falkenveranstaltungen.

Ihr seht, es ist mal wieder eine vielseitige Ausgabe geworden, die euch bestimmt gefällt und euch neue Anstöße zum Thema gibt. ‚

In diesem Sinne viel Spaß beim
Lesen!

Eure Redaktion

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Wenn der KV Gütersloh eine Reise macht…geht am Ende doch alles gut!

Ein Erfahrungsbericht vom „Rosa & Karl“ 2018

Als Delegationsleitung einen Ausflug mit Teilnehmer*innen und Genossinnen und Genossen aus dem Vorstand zu planen ist doch immer wieder etwas Aufregendes. Auch wenn man schon zum sechsten Mal zu „Rosa & Karl“ nach Werftpfuhl / Werneuchen fährt und den Weg von Gütersloh aus Richtung Berlin schon im Schlaf fahren kann…irgendwas lauert doch immer hinter irgendeiner Ecke, was den geplanten Ablauf plötzlich umwirft!
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End Tax Evasion Now – Eine globale Kampagne für Steuergerechtigkeit-

Ende letzten Jahres veröffentlichten weltweit Medien Rechercheergebnisse, basierend auf einem Leak von geheimen Dokumenten, diesmal von der Firma Appleby von den Bermudas. Durch sie lässt sich nachvollziehen, wie die Firma einen perfekten Offshore-Service für Konzerne und Superreiche anbietet. Es sind prominente Namen dabei, wie die von Queen Elisabeth, Bono (U2), Gerhard Schröder und Firmen wie Nike. Einige dieser Leute, wie der kanadische Ministerpräsident, sind sogar bekannt für ihre soziale Politik. Das Papier zeigt wieder einmal auf, wie einfach es ist, keine Steuern zu zahlen, wenn du reich bist.
Auch wenn die Entrüstung kurz groß war und einige Politiker*innen ihre Posten verloren haben, blieb der große Aufschrei mal wieder aus. Wirkliche Veränderungen gab es natürlich auch nicht.
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Bericht der Florenzdelegation vom 04.11.-05.11.2017

Vom 04.-05.11. fanden in Florenz zwei Veranstaltungen statt, zu der die linke Jugendorganisation I Pettirossi sowie die Stiftung Fondazione Circolo Rosselli eingeladen hatten. An dem Samstag die Diskussionsveranstaltung Lo Scandalo dei Giovani in Italia e in Europa (Die Situation der Jugend in Italien und in Europa), Sonntag die Gründungskonferenz von I Pettirossi. Außer einer Delegation der Falken waren dort Podemos (Spanien), Syriza-Jugend (Griechenland), die Sozialistische Jugend Österreichs (Österreich) und Momentum (Labour Party/UK) vertreten.
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Weg mit §218! – Bericht von der Plenardebatte

Am 22. Februar waren wir – die Mädchen- und Frauenpolitische Kommission (MFPK) – als Besucherinnen im Bundestag. Dort sollte über den Antrag der Bündnis 90/Die Grünen diskutiert werden. In diesem Antrag geht es darum, dass der Paragraph 219a aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden soll. Bevor wir zur Tribüne im Plenarsaal des Bundestags geführt wurden, haben wir an einem Protest des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung 1 teilgenommen. Rund 150 Frauen* trafen sich mit Bannern und Plakaten vor dem Reichstag, um gegen den §219a zu protestieren – darunter wir. Neben einer Rede des Bündnisses, gab es auch Abgeordnete der Linken, der Grünen und der SPD, die auf dem Protest sprachen und sich solidarisch mit dem Bündnis erklärten
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Wessen Reichtum? Sollte das deutsche Proletariat die soziale Frage stellen?

Hier wird in der Fabrik geschuftet: Eisenwalzwerk 1875

Was ist eigentlich die Soziale Frage? Darauf kann man verschiedene Antworten geben. So sagte der damalige SPD-Vorsitzende Martin Schulz, die soziale Frage sei der Kampf für die Menschen, „die hart arbeiten und sich an die Regeln halten“. Der Vorsitzende der Thüringer AfD Björn Höcke sagte, die „soziale Frage stellt sich heute für Deutschland ganz neu und ganz anders. Es gehe nicht mehr primär um die Verteilung des Volksvermögens von oben nach unten oder von unten nach oben oder von jung nach alt, das sei nicht mehr die primäre soziale Frage. […] Die neue deutsche soziale Frage des 21. Jahrhunderts ist also die Frage nach der Verteilung unseres deutschen Volksvermögens […] von innen nach außen.“
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